Unsere diesjährige Herbsttour begann bereits turbulent, obwohl sie noch gar nicht richtig angefangen war. Akteur und Gestalter der aufregenden Anreise war Uf. Vor lauter Übereifer und Vorfreude missachtete er wohl den Straßenverlauf und steuerte seinen, bis unters Dach beladenen, T5- Bulli 100 Meter vor unserem Ziel in den Graben. Verständlicher Weise war die allgemeine Stimmung danach auf einen absoluten Tiefpunkt. Zum Glück ist bei dieser Aktion niemanden etwas passiert. Der örtliche Bauer wurde benachrichtigt und “Ratzfatz” konnten die Trümmer mittels Frontlader- Trecker geborgen werden. Für Uf hingegen hieß es nun leider “Urlaubstopp” und allgemeine Schadensbegrenzung.
Na ja, soweit konnte die Oelwanne nach einem Besuch bei der “örtlichen” VAG- Werkstatt (ca. 40 km Autofahrt) mit provisorischen Ersatzteilen gerichtet werden. Die Felge und der Reifen waren hingegen Totalschaden. Ganz zu schweigen von der einen und anderen Beule.
Verständlicher Weise war unsere überaus aufregende Anreise das allabendliche Lagerfeuerthema welches, nach einigen Bierchen intus, entgegen der Anreisestimmung für recht amüsante Anekdoten sorgte.
Um dem Ganzen noch eine gewisse Nachhaltigkeit zu verleihen, wurde Uf fortan “Graf Graben” genannt.
Und man erzählte an den Lagerfeuern seine kleine Lebensgeschichte die fast an ein Märchen erinnert, Lindgren und Münchhausen wären stolz auf uns.
Es war einmal ein stattlicher Graf, der die wunderschöne Gräfin fragte; “willst Du mich heiraten”?
Und sie sagte;….“NEIN”!!!
Und der Graf lebte seither glücklich und ging angeln und jagen und hing jeden Tag mit seinen Freunden herum und trank viel Bier und betrank sich so oft er wollte, spielte Golf, ließ seine Jacke auf der Stuhllehne im Esszimmer hängen und hatte Sex mit Dirnen und Nachbarinnen und Freundinnen und furzte nach Herzenslust und sang und rülpste und kratzte sich ausgiebig am Sack. Ja, so oder so ähnlich war sie, die Geschichte vom Grafen, dem Graf Graben.
Nun, zurück zu unserer Tour. Wie gesagt, das Auto war soweit notdürftig geflickt und endlich konnten auch unsere Peitschen in Betrieb genommen werden.
Das Wetter durchwachsen. Schauerwetter mit längeren, sonnigen Abschnitten. Für das Vorhaben -Angeln- normalerweise ausgesprochen gut.
Die Bootsbesetzung: Boot 1 = Uf bzw. “Graf Graben” + Rolf, Boot 2 = Olle + Frank
Wieder einmal bestritten wir unsere Schwedenwoche in “Notbesetzung”. Mille und Matterhorn wollten…, konnten aber nicht.
Wir angelten, angelten und angelten. Das heißt, in allen Variationen. Wir “schleppten“, “stellten“, “jerkten” und angelten "vertikal". Hechte um 50 cm (Zwiebelförster) waren die Regel. Hier und da, gingen kleinere Zander an den Haken.
Mittlereile kannten wir das Gewässer wie unsere eigene Bootskiste. Die “HOT SPOTS” für Gädda & Co. waren uns bekannt und brauchten nicht mehr ausgemacht werden. Nur die Größe der Fische…! Zeitweise machte sich Enttäuschung (verwöhnt) breit.
Doch dann, unglaublich aber wahr. Genau wie bei der Maitour, letzter Tag, letzte Einfahrt in unsere Hausbucht. Auf Frank´s geschleppten Wobbler knallte ein Hecht. Pokalsieg, mit einer Länge von 1,03 Meter.
Der Fluch scheint gebrochen. Nach gefühlten 100 Angeljahren und unzähligen Hechten im hohen 90er Bereich fing Frank (unter Zeugen) seinen ersten Meterhecht. PETRI !