Gerade aus Schweden zurück, plagte uns bereits wieder das Fernweh. Olle, Uf, Mattahorn und Frank entschieden sich, noch einmal eine Fahrt nach Schweden zu starten. Leider konnten Rolf und Mille an dieser Tour nicht teilnehmen.
Eingedeckt mit neuen Außenboardmotoren, fuhren wir am 01.Oktober 05 in den frühen Morgenstunden los.
Alleine das Wetter war in diesen Tagen eine Reise nach Schweden wert. Blauer Himmel so weit das Auge reichte. Die Bewehrungsprobe für unsere neuen AB-Motoren verlief hervorragend. Zwei Honda 4-takter mit 2,0 PS erwiesen sich als Optimal für unsere Zwecke (Schleichfahrt). Empfehlenswerte Motoren mit ausgezeichneter Laufruhe und sparsamen Verbrauch.
Aus der Vortour im Mai wussten wir noch genau, wo wir unsere Schlepprute führen mussten, so dass bereits am ersten Tag, Hecht an Hecht, gekeschert werden konnte. Keine Riesen, aber fürs Erste okay.
In den nächsten Tagen gingen wir dann gezielter zur Sache. Wir steuerten unsere Boote in Ufernähe. Am Echolot orientiert, beangelten wir hauptsächlich Tiefen um die 2-3 m. Optimal für unsere Flachläufer. Aufstehende Felsen die kurze Bewegungen in die Rute brachten, wurden nie zu ernstzunehmenden Hängern.
Doch dann, gerade ging der Wobbler noch über einen großen Stein, “Hechtalarm“! Die Rutenspitze “verbeugte” sich und die obligatorische Frage des Beifahrers, “und wie groß ?!”, folgte sogleich. Aufgrund der verhältnismäßig weiten Schleppentfernung, konnte die Größe des Fisches nicht sofort vorrausgesagt werden. Etliche Räuber, die vorab als kleines Hechtchen angekündigt wurden, zeigten sich später als stattliche Kämpfer an der Oberfläche. Das “Hinterherziehsymdrom” war bei den Hechten wieder einmal weit verbreitet.
Plötzlich, ein heftiger Schlag in Uf´s Schlepprute. Sein Blick verriet sofort, dass die folgende Gegenwehr nicht von einem Standard-Gädda stammen konnte. Nach einem schönen Drill mit mehreren Fluchten in alle möglichen Richtungen, hieß es “Show down” am Boot. Erst jetzt zeigte sich Uf´s Widersacher zum ersten Mal. Mit den Worten, “das ist ein Schwein !”, und einigen unbeholfenen Bewegungen, kam leichte Hektik an Bord auf. Olle griff zum Kescher und spendete einige beruhigende Worte. Danach ergab sich, wie Uf ihn taufte, “das Schwein”. Ein Hecht von 1,04 m Länge lag sicher auf den Planken.
Mit so einem Fang hatte Uf die “Latte ziemlich hoch gelegt“ und trotzdem war sich jeder sicher, “da geht noch was“.
Unser Aktionsradius vergrößerte sich und wir befuhren Bereiche die uns aus der Maitour nicht bekannt waren. Immer “im Auge”, das Echolot. Zeigte dieses vor Sekunden noch 5 Meter an, befanden wir uns plötzlich nur noch in 2 Meter Wassertiefe. Häufig folgte kurze Zeit später der Kontakt mit einem Felsen.
Fast schon kitschig, ging die Sonne am meist wolkenlosen Horizont unter. Wir beschlossen die Dämmerung zu nutzen, um gezielter auf Zander zu angeln.
An der Oberfläche tummelten sich die Kleinfische in der Abendsonne. Nur noch unser Boot erzeugte weitere Wellen im Wasser. Ansonsten Stille. Alle wussten wo die Stachelritter zu suchen sind. Wir bewegten unsere Köder in ca. 2,00 m Wassertiefe. Unter uns, unruhiges Grundprofil mit großen Steinen. Nicht weit vom Ufer, mit Buchten und Halbinseln.
Wieder konnten wir den einen und anderen Grundkontakt unseres Wobblers an der Rutenspitze beobachten. Doch wo sind die Zander ? Komischer Weise legten die Hechte auch jetzt keine Beißpause ein. Wir fingen daher zunächst mehrere Standard-Gäddas.
Aber dann ! Frank hatte einen Biss und sagte, fasst spöttisch, einen Hecht voraus. Da sich dieser angebliche Hecht nicht wie üblich freiwillig an der Wasseroberfläche zeigte und stattdessen die Grundnähe suchte, musste er seine Voraussage revidieren. Natürlich deuteten diese Verhaltensweisen ausschließlich auf einen Zander hin. Endlich zeigte er sich. Kurz an der Oberfläche, tauchte er wieder steil ab in die Tiefe. Nach einem typischen Zanderdrill lag der Fisch im Netz. Ein schöner 70er der entgegen seiner kleineren Artgenossen nicht wieder zurück gesetzt wurde.
Unsere Angelwoche verlief nach Maß. Nennenswert waren, mehrere 70- und 80er, drei große Hechte über 90 cm und ein 104 cm Gädda. Ebenso konnten insgesamt sieben Zander zwischen 60- und 70 cm gelandet werden. Kleinere Fische nicht mitgezählt.
Frank musste den Wanderpokal, schweren Herzens, an Uf übergeben.
Unser Tipp, Schweden im Herbst. Wunderschön gefärbte Wälder, beißfreudige Fische und hervorragendes Wetter haben uns überzeugt, dass Schweden ganz besonders im Herbst eine Reise wert ist.