Endlich war es wieder so weit. Die Sonne stand höher, Ostern war vorbei und die ersten Angeltage an heimischen Gewässern brachten das bekannte Hobbygefühl der Vorsaison zurück. Mit dieser Art “Frühlingsgefühlen” läuteten wir die Vorbereitungsphase der Schwedentour 2005 ein. Sicherlich hatten die letzen Jahre eine gewisse Routine im Organisationsablauf hinterlassen, so dass eigentlich jeder wissen musste, was er zutun hat. Doch “watt mutt, datt mutt”. Die Tourenplanung ist ein wichtiger Bestandteil und wurde durch mehrere Vortreffen regelrecht zelebriert. Unter der Devise, “Aufgaben festigen”, erfolgten daher alle Treffen bei Albert an der Theke (Stammlokal) .
Gut vorbereitet und gerüstet ging es dann am 14.05.2005 um 03:00 Uhr (CET) ab nach Schweden (Vogelfluglinie).
An “unserem Haus” angekommen, hatten alle nur ein Ziel; Klamotten auspacken, die Schlepprute zusammenbauen, Außenborder montieren und ab auf den See.
Von der langen Fahrt zwar noch ein bisschen gestresst, lief unsere Flotte (3 Angelboote mit je 2 Peitschern) tatsächlich noch am späten Nachmittag aus.
Aufgrund relativ kühler und windiger Witterung, war Thermoanzug angesagt. Kein Problem. Hauptsache kein Regen.
Bei wechselnder Schleppgeschwindigkeit, ließen die ersten Gädda´s nicht lange auf sich warten. Standardgrößen um 50-60 cm sahen nur kurz unsere Bordwand bevor sie wieder in´s kalte Nass zurückgesetzt wurden. “Fehlbisse” am laufenden Band. Kurze Attacken zuckten in ständigen Abständen durch die Rutenspitze.
Wir hofften auf eine fangreiche Woche.
Jeder hatte so seinen eigenen Erfolgswobbler. Flachläufer, um die 10-15 cm Länge, in den Farben silber, gold und gelb-grün. Eine absolute Favoritenfarbe war nicht festzustellen.
In den nächsten Tage meinte es der Wettergott besser mit uns. Die Temperaturen stiegen zwar nicht über 20°C, doch die Bewölkung ging zurück und die steife Briese legte sich. Zu unserem Glück, legten die Fische aber keine Pause ein und bissen verhältnismäßig gut.
Abgesehen von den üblichen Standardmodellen, fingen wir mehrere Hechte zwischen 70- und 80 cm. Immer wieder ging auch mal ein Zander an den Haken der Schlepprute. Der Größte wurde mit 72 cm gemessen.
Gerade die größeren Hechte sind nicht nur bei der Schleppangelei überlistet worden. Wie Olle und Uf feststellen konnten, standen die “Großen” bereits in den flacheren Buchten. Bewaffnet mit nur einer Peitsche, stellten sie einen größeren Köderfisch (~ 20 cm Rotauge) am System in ca. 1,20 m Wassertiefe. So wurden einige kleinere Buchten sondiert, in denen Uf´s größter Hecht (84 cm) am Boot gekeschert werden konnte.
Bei dieser Frühlingstour durfte -Frank- den Siegerpokal in Empfang nehmen. Mit einem Hecht von 96 cm hatte er zwar mal wieder knapp die Metermarke verpasst, konnte sich aber dafür über einen ausdauernden Drill freuen.
Für uns unvergessen bleiben, wird Mattahorns Begegnung “mit dem Tier”. Mattahorn (Feuerwehrmann) war gerade dabei das Lagefeuer aufzustapeln, als er aus dem Wald vor ihm, lautes Knacken und tierische Laute vernahm. Seine Reaktion war der umgehende Griff zur Axt. Er sah auf, und es stand ein riesiges braunes Tier vor ihm. Das Tier muss nicht weniger erschrocken gewesen sein, als es “Auge in Auge” vor Mattahorn stand. Geschockt, ergriffen beide sofort die Flucht. Rolf, der in unmittelbarer Nähe stand, erblickte nur noch das Hinterteil eines aufgeregt tönenden Elches, der galoppierend im Wald verschwand.